Geschichte

Bereits 1358 als Hoff zu Wande urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Bau als rheinische Niederungsburg von einer Wasserburg mit Wohnturm, Torbau, Wassergraben und Vorburg zu einer spätbarocken Wohnanlage: 1522 gelangte das Anwesen in den Besitz der Familie derer von Zweiffel, die es im 17. Jh. wiederum der Familie Schall zu Bell vererbte. In seiner heutigen Form ist Schloss Wahn um die Mitte des 18. Jh. entstanden. Ferdinand Friedrich Graf von Schall zu Bell, Bergischer Landhofmeister, ließ Wahn 1750 bis nach 1759 zu einer Vierflügelanlage umbauen mit einem Herrenhaus als Maison de Plaisance im Norden. Das Wahner Herrenhaus folgt als französischer Gebäudetypus in Grundriss und Aufriss architektonischen Musterbüchern aus Frankreich.



Im Erdgeschoss des Herrenhauses befinden sich fünf historische Repräsentationsräume als Enfilade zum Garten hin. Der Gartensaal ist mit Ölgemälden bespannt, die Francois Rousseau, einem Maler in Diensten des kurfürstlichen Hofes zu Brühl, zugeschrieben werden. Sie zeigen Genreszenen aus dem bäuerlichen Leben, italianisierende Palastcapricci und antike Tempelruinen.



Das sich östlich anschließende Chinesische Zimmer hat seinen Namen von den für ein Schlossinterieur des 18. Jh. fast unentbehrlichen Chinoiserien. Als antikes Pendant dazu das pompejianische Zimmer westlich des Gartensaals. Durch Veränderungen im 19. Jh. und Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sind sie nur noch zum Teil original erhalten. 1785 verkaufte der Sohn des Erbauers das Schloss an den Kurkölnischen Kammerherrn Theodor Freiherr von Heereman zu Zuydtwyck, dessen Gattin eine geborene Eltz-Rübenach war. Seit 1820 ist Wahn im Besitz der Familie von Eltz-Rübenach.



Seit 1947 ist das Schloss an die Universität zu Köln vermietet, die die Räumlichkeiten der Theaterwissenschaftlichen Sammlung zur Verfügung stellt. Die repräsentativen Räume des Haupthauses werden zudem von der Universität für Konzerte und akademische Veranstaltungen genutzt.



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