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| Der plakatierte Schiller | ||||||||||||
Anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Schiller und im Rahmen des Fritz Thyssen Stiftungsprojektes zeigt die Theaterwissenschaftliche Sammlung Schloss Wahn die Ausstellung DER PLAKATIERTE SCHILLER. Von B wie BRAUT VON MESSINA bis W wie WALLENSTEIN wurden zwölf repräsentative Theaterplakate ausgewählt, die Inszenierungen von zwölf seiner Werke ankündigen. Aus heutiger Sicht zeigt sich eine erstaunliche stilistische Unterschiedlichkeit der Entwürfe: Ein Plakat zu WILHELM TELL, das an ein Werbeprospekt für einen Urlaub in den Schweizer Bergen erinnert; die surreale Fotografie einer blutigen MARIA STUART; DIE RÄUBER, die in einem späten Pop-Art-Entwurf als Italo-Western-Bande entlarvt werden. Folglich liegt der Fokus der Ausstellungskonzeption nicht allein in der Schau von - nach subjektiven Kriterien - ästhetisch gelungenen Arbeiten zu Schiller-Inszenierungen, sondern auch auf der dem Entwurf immanenten zeithistorischen Rezeptionshaltung gegenüber den aufgeführten Werken. Vorläufer des Theaterplakates finden sich schon seit dem 16. Jahrhundert in Form von handschriftlichen oder einseitig bedruckten Theaterzetteln sowie einfachen typografischen Anschlägen. Aber erst am Ende des 19. Jahrhunderts wird das moderne, künstlerische Plakat vor allem durch die Jugendstil-Entwürfe von Henri de Toulouse-Lautrec oder Jules Chéret populär. Bald entwickelt sich innerhalb der bildenden Künste diese Art der Gebrauchsgrafik zum eigenständigen künstlerischen Genre. Bleiben aber zunächst die künstlerischen Blätter eher Individualleistungen, so hat sich das Theaterplakat nach dem Ende des zweiten Weltkrieges eine bedeutende Stellung als Werbemittel seines Auftraggebers erkämpft. Heute muss sich das Theaterplakat durch die anwachsende Bilderflut und im Wettstreit mit anderen, neuen visuellen Medien wie dem Fernsehen und, in jüngster Zeit, auch dem Internet behaupten. Dennoch ist es allgegenwärtig. Mit dem Platzieren des Plakates im öffentlichen Raum wird Theater zum potentiellen Besucher getragen und unwillkürlich Gegenstand seines Alltags. Somit ist das Theaterplakat Produkt und zugleich Zeugnis der Alltagskultur. Ausstellungseröffnung: Am Tag der offenen Tür, Sonntag, 8. November 2009, 11.30 Uhr, Schloss Wahn. Weitere Öffnungszeiten: 9. November 2009 bis 5. Februar 2010, montags bis freitags von 10.00 bis 16.30 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Eintritt frei.
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